Die Region der Westmännerinseln hat eine besondere Geschichte. Die ersten Norweger, die sich in Island niederließen, brachten keltische Sklaven mit. Einer von ihnen, Hjörleifur Hróðmarsson, wurde ein Jahr nach seiner Ankunft von seinen eigenen Sklaven ermordet, woraufhin diese auf eine Inselgruppe vor der Südküste flohen, um der Verfolgung zu entgehen.
Aber sie blieben nicht ungestraft: Ingolfúr Arnarson (der erste Einwohner Islands) verfolgte sie und tötete alle Männer auf den Inseln. Die Sklaven stammten aus Irland, das zu dieser Zeit von den Norwegern als das westlichste Land angesehen wurde. Und so kamen die Westmännerinseln zu ihrem Namen: Inseln (eyjar) der Westmänner (Vestmenn).
DAS POMPEJI DES NORDENS
Am 23. Januar 1973 spürten die Einwohner von Heimaey die ersten unerwarteten Erdbeben. Kurz darauf begann Lava aus dem Vulkan Helgafell in Richtung der Häuser der Einwohner zu fließen. Da die meisten Fischerboote vor Anker lagen, konnten die Inselbewohner schnell evakuiert werden. Um auch den Hafen zu retten, wurde ein Plan ausgearbeitet, um die Lava umzulenken. Meerwasser wurde auf den Strom gepumpt, die Lava kühlte ab und der Hafen blieb unversehrt. Allerdings gab es einen Todesfall und 400 Häuser wurden zerstört, von denen einige noch heute auf der Insel zu finden sind. Nach fünf Monaten der Eruptionen kehrte wieder Ruhe ein und bald darauf kehrten auch die meisten Einwohner zurück. Die Eruption formte unter anderem den kegelförmigen Vulkan Eldfell und junge Lavafelder, deren langsam abkühlende Hitze heute zur Energiegewinnung genutzt wird. Die reichlich vorhandene Tephra wurde für die Erweiterung des kleinen Flughafens und als Untergrund für neue Häuser verwendet. Der Ort, an dem die Häuser standen, wird heute als Pompeji des Nordens bezeichnet.
Die einzige bewohnte und größte Insel ist Heimaey („Heimatinsel”) mit etwa 4500 Einwohnern. Besucher können oft alles gut zu Fuß erkunden, da die Insel nur etwa 7 km lang und 4 km breit ist. Es gibt auch Bootsausflüge, mit denen man die anderen Inseln befahren kann.
Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten
- Beobachten Sie Millionen von Papageientauchern und anderen Seevögeln.
- Besuchen Sie das Naturkundemuseum mit Aquarium und einer Sammlung isländischer Mineralien.
- Wandern Sie auf dem jüngsten Lavafeld.
- Schwimmen Sie in einem der Salzbäder.
Veranstaltungen
Þjóðhátíð (Volksfest)
Das erste Wochenende im August zieht immer viele Besucher vom Festland an. Ein farbenfrohes Fest mit Musik, einem riesigen Freudenfeuer und Feuerwerk. Die Einheimischen begrüßen ihre Gäste mit Kaffee und selbstgebackenen Leckereien.
Puffling
Ein einzigartiges Ereignis, das es nur auf den Westmännerinseln gibt. Zwischen Anfang und Mitte August verlassen junge Papageientaucher das Nest und fliegen in Richtung Stadt, angezogen von den Lichtern. Hier stehen die Inselkinder mit Pappkartons bereit, um die verwirrten Pufflings (die jungen Papageientaucher) aufzufangen und sie an der Küste wieder freizulassen.





Die Redensart “Wenn dir das Wetter nicht gefällt, dann warte eben fünf Minuten” ist zwar stark übertrieben, aber Tatsache ist, dass das Wetter auf Island sehr wechselhaft und unberechenbar ist. Nicht selten erleben Sie an einem Tag total verschiedene Wetterverhältnisse. Trotz der nördlichen Lage in der Nähe des Polarkreises hat Island ein ziemlich mildes Klima.
