Gut zu wissen
Das Tagesprogramm ist ein Leitfaden und kann je nach Eis- und Wetterbedingungen angepasst werden. Auch das Auftreten von Wildtieren ist unvorhersehbar. Der Expeditionsleiter und der Kapitän legen gemeinsam die optimale Route fest, um ein unvergessliches Reiseerlebnis zu gewährleisten.
Tag 1: Das Ende der Welt, der Beginn Ihres Abenteuers
Die Reise beginnt in Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt, auch bekannt als „El Fin del Mundo“ – das Ende der Welt. Dort, an den Ufern des Beagle-Kanals, hat man das Gefühl, buchstäblich am Rande der Zivilisation zu stehen.
Am Nachmittag gehen Sie an Bord Ihres Expeditionsschiffes und lassen die bewohnte Welt hinter sich. Während die Umrisse von Ushuaia langsam verschwinden, fahren Sie durch den malerischen Beagle-Kanal, umgeben von schroffen Bergen und Gletschern, die in der Ferne glitzern. Dies ist der Beginn einer Reise in eine Welt, die nur wenige Menschen jemals mit eigenen Augen gesehen haben.
Tag 2 – 3: Auf den Spuren der Polarexpeditionen
In den kommenden zwei Tagen durchqueren Sie die Drake-Passage, eine legendäre Wasserstraße, auf der Entdecker wie Shackleton und Amundsen Ihnen vorausgegangen sind. Draußen kreisen Albatrosse und Sturmvögel, deren Flügel perfekt an die endlosen Winde des Südlichen Ozeans angepasst sind.
Sie überqueren die Antarktische Konvergenz, die natürliche Grenze der Antarktis, wo kaltes und warmes Wasser aufeinandertreffen und einen reichhaltigen Nährboden für Meereslebewesen bilden. Die ersten Eisberge tauchen am Horizont auf. Wenn Sie genau hinschauen, sehen Sie vielleicht schon einen Buckelwal, der sich mit einem majestätischen Blas kurz zeigt.
An Bord bereiten Sie die Experten des Expeditionsteams auf das vor, was vor Ihnen liegt. In spannenden Vorträgen erfahren Sie mehr über das einzigartige Ökosystem, die Geschichte der Antarktis und die beeindruckende Tierwelt. So wird schon die Überfahrt selbst zu einem Abenteuer.
Tag 4–9: Spätsommer
Zwischen Tag 4 und Tag 9 erwartet Sie eine Entdeckungsreise zu Orten, die sich wie das Ende der Welt anfühlen. Jeder Tag ist anders, und das Eis und das Wetter bestimmen den Rhythmus der Reise.
- Livingston Island
Auf Livingston Island gehen Sie am Hannah Point an Land, einem Ort, der für seine reiche Tierwelt bekannt ist. Hier wandern Sie an Kolonien von Eselspinguinen und Zügelpinguinen vorbei, während Südliche Seeelefanten träge am Strand liegen und sich ausruhen. Es ist ein lebhafter Ort, an dem es viel zu sehen gibt.
- Deception Island
Sie nähern sich Deception Island durch die schmale Passage von Neptune’s Bellows. Sobald Sie in die Caldera einfahren, eröffnet sich eine verlassene Welt aus schwarzem Vulkansand, geheimnisvollen Ruinen und dampfenden heißen Quellen. Hier liegt eine verlassene Walfangstation, heute das Reich von Wilsonsturmvögeln, Schwarzbauchsturmvögeln, Kaptauben und Südpolstaren. Die geothermisch beheizten Strände ziehen Pinguine und Seehunde an – ein surrealistisches Schauspiel inmitten einer mondähnlichen Landschaft.
- Pléneau- und Petermann-Insel
Wenn es die Eisverhältnisse zulassen, fahren Sie weiter südwärts durch den malerischen Lemaire-Kanal in Richtung Pléneau- und Petermann-Insel. Diese 11 Kilometer lange Meerenge, eingeklemmt zwischen steilen Bergwänden, ist als „Kodak Gap“ bekannt. Die spektakuläre Kulisse aus schneebedeckten Felswänden und imposanten Gipfeln zu beiden Seiten macht diesen Ort zu einem der fotogensten der Antarktis. Pléneau- und Petermann-Insel sind die Heimat von Adéliepinguinen und Antarktischen Kormoranen, aber auch Seelöwen, Buckelwale, Orcas und Zwergwale lassen sich hier oft blicken.
- Crystal Sound
Über die Argentinischen Inseln fahren Sie in die eisbedeckten Gewässer des Crystal Sound ein. Hier, am frühen Morgen, überqueren Sie symbolisch den Südpolarkreis – ein ganz besonderer Moment. Das Gefühl von Meilenstein und Staunen ist hier fast greifbar.
- Detaille Island
Sie erreichen den südlichsten Punkt der Reise: Detaille Island. An Land erwartet Sie eine verlassene britische Forschungsstation, die von 1956 bis 1959 in Betrieb war. Um Sie herum ragen imposante Berge und Gletscher empor – ein Anblick, den Sie so schnell nicht vergessen werden.
- Fish Islands
Auf dem Weg nach Norden kommen Sie an den Fish Islands vorbei, wo eine der südlichsten Kolonien von Adéliepinguinen zusammen mit Kaiserpinguinen lebt. Sie sind umgeben von einem lebhaften Schauspiel aus brütenden Vögeln und tauchenden Seevögeln.
- Melchior-Inseln
Sie beenden diese Reise bei den Melchior-Inseln: einer Inselgruppe, um die Eisberge in kristallklarem Wasser treiben. Dies ist ein perfekter Ort zum Kajakfahren oder sogar zum Tauchen zwischen den Eisschollen. In diesen Gewässern haben Sie gute Chancen, Wale zu beobachten – und auch antarktische Pelzrobben zeigen sich hier regelmäßig.
Tag 10 – 11: Alte bekannte Meere
Es ist Zeit, sich von der Antarktis zu verabschieden. Sie nehmen Kurs nach Norden und überqueren erneut die Drake-Passage. Doch diesmal fühlt sich alles anders an. Die Seevögel, die Sie auf der Hinfahrt begrüßt haben, wirken nun wie vertraute Reisebegleiter. Sie halten noch ein letztes Mal Ausschau nach Walen, während Sie an Bord Geschichten und Fotos von den unvergesslichen Tagen austauschen, die hinter Ihnen liegen.
Das Expeditionsteam organisiert einen Rückblick auf die Reise. Sie genießen die letzten Abende auf dem Schiff. Vielleicht atmen Sie noch einmal tief auf dem Deck durch und lassen den endlosen Ozean auf sich wirken – ein Moment der puren Stille nach einem der beeindruckendsten Erlebnisse Ihres Lebens.
Tag 12: Zurück in Ushuaia – doch das Abenteuer geht weiter
Früh am Morgen fahren Sie wieder in den Beagle-Kanal ein. Ushuaia liegt still und friedlich da, als hätte sich nichts verändert. Doch Sie wissen es besser.
Mit einem Kopf voller Erinnerungen und einem Herzen voller Staunen gehen Sie von Bord. Das Ende der Welt fühlt sich nun wie ein Neuanfang an.