Gut zu wissen
Das Tagesprogramm ist ein Leitfaden und kann je nach Eis- und Wetterbedingungen angepasst werden. Auch das Auftreten von Wildtieren ist unvorhersehbar. Der Expeditionsleiter und der Kapitän legen gemeinsam die optimale Route fest, um ein unvergessliches Reiseerlebnis zu gewährleisten.
Tag 1: Das Ende der Welt, der Beginn Ihres Abenteuers
Die Reise beginnt in Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt, auch bekannt als „Fin del Mundo“ – das Ende der Welt. Dort, an den Ufern des Beagle-Kanals, hat man das Gefühl, buchstäblich am Rande der Zivilisation zu stehen.
Am Nachmittag gehen Sie an Bord des Expeditionsschiffs und lassen die bewohnte Welt hinter sich. Während die Umrisse von Ushuaia langsam verschwinden, fahren Sie durch den malerischen Beagle-Kanal, umgeben von schroffen Bergen und Gletschern, die in der Ferne glitzern. Dies ist der Beginn einer Reise in eine Welt, die nur wenige Menschen jemals mit eigenen Augen gesehen haben.
Tag 2 – 3: Der Weg der Polarforscher
In den kommenden zwei Tagen durchqueren Sie die Drake-Passage, eine legendäre Wasserstraße, auf der Entdecker wie Shackleton und Amundsen Ihnen vorausgegangen sind. Die Drake-Passage ist berüchtigt für ihre unberechenbaren Wellen und starken Winde. Das Schiff schaukelt auf den Wellen, während Sie immer weiter nach Süden fahren. Draußen kreisen Albatrosse und Sturmvögel, deren Flügel perfekt an die endlosen Winde des Südlichen Ozeans angepasst sind.
Irgendwann überqueren Sie die Antarktische Konvergenz, die natürliche Grenze der Antarktis, wo kaltes und warmes Wasser aufeinandertreffen und einen reichhaltigen Nährboden für Meereslebewesen schaffen. Die ersten Eisberge tauchen am Horizont auf. Wenn Sie genau hinschauen, können Sie vielleicht schon einen Buckelwal sehen, der sich mit einem kräftigen Blas lautstark bemerkbar macht.
An Bord bereiten Sie die Experten des Expeditionsteams auf das vor, was Sie erwartet. In Vorträgen erfahren Sie mehr über das einzigartige Ökosystem, die Geschichte der Antarktis und die beeindruckende Tierwelt. So wird die Überfahrt zu einem Abenteuer für sich.
Tag 4–7: Ankunft in der unberührten Antarktis
Wenn Sie sich der Antarktis nähern, werden Sie von einer atemberaubenden Landschaft empfangen: schroffe, felsige Gipfel, bedeckt von dicken Schneeschichten, Türme aus gebrochenem, blau-weißem Eis und Tiere, die sich perfekt an diese extreme Umgebung angepasst haben. Sie fahren in die Gerlache-Straße ein, eines der schönsten und beeindruckendsten Gebiete der Antarktis, wo die Natur ihre reinste und raueste Schönheit zeigt.
- Danco Island
Auf Danco Island, das fast vollständig mit Eis bedeckt ist, begegnen Sie einer lebhaften Kolonie von Eselspinguinen. Sie können beobachten, wie sie watschelnd über das Eis laufen. Entlang der Küste liegen oft Weddellrobben und Krabbenfresser, die sich in der kalten Luft herrlich ausruhen.
- Neko Harbour
Heute betreten Sie den antarktischen Kontinent selbst. In Neko Harbour stehen Sie einer unermesslichen Landschaft aus riesigen Gletschern und hoch aufragenden, schneebedeckten Felswänden gegenüber. Hier fühlen Sie sich klein und unbedeutend, als würden Sie in der Zeit zurückreisen in eine Welt, in der die Natur der einzige Herrscher ist.
- Paradise Bay
Sie fahren weiter zur idyllischen Paradise Bay, einem Ort, der seinem Namen alle Ehre macht. Sie steigen in ein Zodiac für eine ruhige Fahrt zwischen den Eisbergen. Die Chancen stehen gut, dass Sie unterwegs Seehunde oder Wale antreffen, die sich mühelos durch das eiskalte Wasser bewegen. Dies ist eine Erfahrung, die Sie nie vergessen werden.
- Port Lockroy
Nachdem Sie den Neumayer-Kanal passiert haben, erreichen Sie Goudier Island, wo Sie die historische britische Forschungsstation Port Lockroy besuchen. Diese ehemalige Forschungsstation ist heute ein Museum und ein Postamt. Hier erfahren Sie mehr über das Leben der ersten Entdecker in dieser rauen Gegend. Ganz in der Nähe, am Jougla Point, können Sie große Kolonien von Eselspinguinen und Kaiserpinguinen beobachten, die entlang der felsigen Küsten brüten.
Tag 8: Magische Landschaften der Südlichen Shetlandinseln
Sie nehmen Kurs auf die vulkanischen Südlichen Shetlandinseln. Oft in Nebel gehüllt und starken Winden ausgesetzt, aber auch reich an Leben. Sie sehen dort Moose, Flechten und blühende Gräser, die wie ein grüner Teppich über die Inseln liegen. Auch die Tierwelt ist beeindruckend: Eselspinguine, Zügelpinguine und Südliche Riesensturmvögel fühlen sich hier zu Hause.
- Deception Island
Sie fahren mit dem Schiff durch die enge Einfahrt von Neptune’s Bellow und erreichen die vulkanische Caldera von Deception Island. Hier spazieren Sie über die geothermisch erwärmten Strände der Whalers Bay, zwischen den Überresten einer alten Walfangstation. Tausende Kaptauben, Kelpmöwen, Großseeschwalben und Südpolsterne färben den Himmel über Ihnen.
- Half Moon Island (alternativ)
Oder vielleicht gehen Sie auf Half Moon Island an Land. Hier lebt eine große Kolonie von Zügelpinguinen, und oft ruhen Weddellrobben an der Küste. Sie wandern an der argentinischen Station „Camara“ vorbei, die meist unbesetzt ist – ein stiller Zeuge der menschlichen Präsenz in dieser verlassenen Welt. Ein schöner Ort, um einen Moment innezuhalten und alles in sich aufzunehmen.
Tag 9 – 10: Bekannte Meere, alte Bekannte
Es ist Zeit, sich von der Antarktis zu verabschieden. Sie fahren zurück in den Norden, erneut über die Drake-Passage. Diesmal fühlt es sich anders an: Die Seevögel, denen Sie zuvor begegnet sind, wirken nun wie alte Bekannte. Sie halten weiterhin Ausschau nach Walen und tauschen unterdessen Geschichten und Fotos mit Ihren Mitreisenden aus.
Das Expeditionsteam organisiert einen Rückblick auf die Reise, während Sie die letzten Abende an Bord genießen. Vielleicht stehen Sie noch einmal auf dem Deck, atmen die frische Seeluft tief ein und lassen den endlosen Ozean noch einmal auf sich wirken – ein Moment der puren Stille und Besinnung nach einer Reise, die Ihr Leben für immer verändert hat.
Tag 11: Zurück in Ushuaia – doch das Abenteuer geht weiter
Früh am Morgen fahren Sie erneut in den Beagle-Kanal ein. Ushuaia liegt friedlich da, als hätte sich nichts verändert. Doch Sie wissen es besser.
Mit einem Kopf voller Erinnerungen und einem Herzen voller Staunen gehen Sie von Bord. Das Ende der Welt fühlt sich nun wie ein Neuanfang an.