Gut zu wissen
Das Tagesprogramm ist ein Leitfaden und kann je nach Eis- und Wetterbedingungen angepasst werden. Auch das Auftreten von Wildtieren ist unvorhersehbar. Der Expeditionsleiter und der Kapitän legen gemeinsam die optimale Route fest, um ein unvergessliches Reiseerlebnis zu gewährleisten.
Tag 1: Das Ende der Welt, der Beginn eines Abenteuers
Das Abenteuer beginnt dort, wo die Welt endet: in Ushuaia, Argentinien. An der südlichsten Spitze Südamerikas gelegen, ist diese Stadt als „das Ende der Welt“ bekannt. Von hier aus nehmen Sie am Nachmittag Kurs auf den legendären Beagle-Kanal, umgeben von Bergen und unberührter Natur. Während die Stadt hinter Ihnen verschwindet, spüren Sie die Spannung des Unbekannten, während Sie dem Horizont entgegenfahren.
Tag 2: Geflügelte Reisebegleiter
Sobald Sie auf das offene Meer hinausfahren, werden Sie von Leben in der Luft begleitet. Albatrosse gleiten mühelos auf dem Wind, Sturmvögel scheren tief über die Wellen und Pfeilsturmvögel tanzen spielerisch mit dem Schiff mit. Sie scheinen Ihnen auf dem Weg ins Unbekannte voranzugehen – stille Reisebegleiter auf einem Ozean ohne Ende.
Tag 3: Die Falklandinseln: rau und überraschend
Vor Ihnen liegen die Falklandinseln – rau, abgelegen und voller Leben. Auf Westpoint Island stoßen Sie auf eine Kolonie von Brauenalbatrossen, die ruhig auf den Klippen brüten. Zwischen den Felsen sehen Sie Felsenpinguine, die sich geschickt ihren Weg zu ihren Nestern bahnen. Weiter entfernt wartet Saunders Island, wo Albatrosse mit ungeschickten Sprüngen im Gras landen. Hier spüren Sie, wie ursprünglich und kraftvoll die Natur ist – und wie zerbrechlich zugleich.
Tag 4: Port Stanley
In Port Stanley hat man das Gefühl, als sei die Zeit ein wenig stehen geblieben. Bunte Häuschen, englische Pubs und alte Schiffswracks erzählen Geschichten vom Leben auf dieser abgelegenen Inselgruppe. Im kleinen Museum tauchen Sie kurz in die Geschichte der Falklandinseln ein – von tapferen Seefahrern bis hin zur bewegten Vergangenheit des Falklandkriegs.
Tag 5–6: Auf dem Weg nach Südgeorgien
Der Ozean ruft Sie weiter nach Süden. Nach Südgeorgien – einer Insel voller Geschichten und Wunder. Unterwegs verändert sich das Meer. Sie überqueren die Antarktische Konvergenz: den Punkt, an dem warmes und kaltes Wasser aufeinandertreffen. Die Temperatur sinkt, doch das Leben um Sie herum nimmt zu. Albatrosse und Sturmvögel gleiten wie Herren des Ozeans am Schiff vorbei.
Tag 7–10: Südgeorgien
Südgeorgien empfängt Sie mit imposanten Gletschern, schwarzen Stränden und Tausenden von Königspinguinen. Die Geräusche, die Farben, der Geruch von Meer und Eis – alles ist intensiv. An den Stränden sonnen sich Pelzrobben faul, während junge Seeelefanten neugierig zu Ihnen aufblicken. In Grytviken besuchen Sie Shackletons letzte Ruhestätte – einen Ort, der Erinnerungen an heroische Entdeckungsreisen weckt.
Tag 11–12: Auf zu den Südlichen Orkneyinseln
Wieder einmal ist es der Ozean, der Sie leitet. Langsam kommen die Südlichen Orkneyinseln in Sicht, oft von Meereis umgeben. Die Luft ist eiskalt und klar. Südpolarenten und Schneesturmvögel trotzen den rauen Bedingungen und zeigen, wie kraftvoll das Leben hier ist.
Tag 13: Elephant Island
Sie nähern sich Elephant Island – einem Ort voller Geschichte. Hier warteten Shackleton und seine Männer nach einer unvorstellbaren Überlebensfahrt auf ihre Rettung. Wenn Sie auf dem Deck stehen, verspüren Sie Respekt vor der Kraft und Entschlossenheit, die hier einst zum Überleben nötig waren.
Tag 14: Antarktis
Wenn es die Eisbedingungen zulassen, nehmen Sie Kurs auf das Weddellmeer. Langsam kommen die gigantischen Eisberge näher. Bei Brown Bluff setzen Sie vielleicht zum ersten Mal Fuß auf antarktischem Boden. Die weiße Landschaft erstreckt sich bis zum Horizont – eine Welt, die Sie still werden lässt.
Tag 15: Die Südlichen Shetlandinseln und Deception Island
Die Südlichen Shetlandinseln zeigen sich in ihrer ganzen Pracht. Rau, vulkanisch, unwirtlich. Auf Deception Island wandern Sie zwischen den Überresten alter Walfangstationen. Dampf steigt aus der geothermischen Erde auf. Zwischen dem Schnee und der schwarzgeschwärzten Landschaft leben Pinguine, unbeeindruckt von der Geschichte.
Tag 16–20: Die Antarktis in ihrer reinsten Form
Vor Ihnen liegen graue Felsgipfel, bedeckt von einer dicken Schneeschicht. Zwischen den Berggipfeln ragen Türme aus gebrochenem blauem und weißem Eis empor – skurrile Kunstwerke der Natur. Hier fühlt sich alles größer, stiller, beeindruckender an. Während Sie langsam in die Gerlache-Straße einfahren, scheint es, als würden Sie eine andere Welt betreten. Vielleicht der schönste Teil der Antarktis.
Hier erwarten Sie Orte, die Sie so schnell nicht vergessen werden.
- Neko Harbour
In Neko Harbour betreten Sie das Festland der Antarktis – ein Erlebnis, das sich kaum in Worte fassen lässt. Um Sie herum glitzern schneebedeckte Bergwände. Alles ist still, bis auf das Knacken des Eises.
- Paradise Bay
Sie fahren weiter zur idyllischen Paradise Bay, einem Ort, der seinem Namen alle Ehre macht. Sie steigen in ein Zodiac für eine ruhige Fahrt zwischen den Eisbergen. Die Chancen stehen gut, dass Sie unterwegs Seehunde oder Wale antreffen, die sich mühelos durch das eiskalte Wasser bewegen. Dies ist eine Erfahrung, die Sie nie vergessen werden.
Wenn die Bedingungen gut sind, fahren Sie weiter nach Süden. Über den südlichen Polarkreis hinaus, in eine Welt, in der die Stille noch intensiver ist und das Eis noch dichter gepackt liegt. Hier gibt es Orte voller Geschichten:
- Crystal Sound
Ein gefrorenes Meer aus Eis, eine Landschaft aus Weiß und Blau, so weit das Auge reicht.
- Detaille Island
Sie spazieren über die Insel, auf der einst eine britische Forschungsstation stand. Hier scheint die Zeit stillzustehen.
- Pourquoi Pas-Insel
Benannt nach dem Schiff des Entdeckers Charcot. Hier segeln Sie zwischen engen Fjorden und hohen Bergen, die schwer mit Gletschern beladen sind.
- Horseshoe Island
Eine vergessene Welt. Hier finden Sie eine alte britische Basis, verlassen, aber noch voller Spuren des früheren Lebens.
Wie immer in der Antarktis lässt sich die Natur nicht zwingen. Wind, Eis und Strömung bestimmen Ihre Route. Auch die Rückfahrt durch die Drake-Passage hängt von den Bedingungen ab. Aber genau das gehört zum Abenteuer dazu. Hier sind Sie zu Gast in einer Welt, in der die Natur den Rhythmus vorgibt – und genau das macht diese Reise so besonders.
Tag 21–22: Die Heimreise
Die Rückfahrt durch die Drake-Passage bietet erneut die Gelegenheit, die Seevögel und das Leben im Ozean zu beobachten, nun mit neuer Wertschätzung. Die Reise nach Norden ist ein Moment der Besinnung, eine Zeit, um all die beeindruckenden Erlebnisse der vergangenen Tage sacken zu lassen.
Tag 23: Zurück zum Anfang
Das Abenteuer endet in Ushuaia, der Stadt, in der alles begann. Nach einem letzten Frühstück an Bord verabschieden Sie sich vom Schiff und der Expedition, doch die Erinnerungen an die Reise in die ultimative Wildnis werden Ihnen für immer bleiben – als Versprechen auf neue Abenteuer, die noch vor Ihnen liegen.