Pyramiden ist eine russische Siedlung und Bergarbeitergemeinde auf Spitzbergen, Norwegen. Der Ort wurde 1910 von den Schweden gegründet und 1927 an die Russen verkauft. Seit 1998 ist das Bergwerk bei Pyramiden geschlossen, und heute ist das Dorf größtenteils verlassen, doch die Infrastruktur und die Gebäude sind noch wie früher erhalten. Seit 2007 gibt es Bestrebungen, dem Geisterdorf neues Leben einzuhauchen und es zu einer Touristenattraktion zu machen.
Pyramiden liegt am Fuße des Billefjords, zentral auf der größten Insel gelegen. Das Dorf ist nach dem gleichnamigen pyramidenförmigen Berg neben der Ortschaft benannt. Die nächstgelegenen Ortschaften sind die Hauptstadt Longyearbyen, etwa 50 Kilometer südlich, Barentsburg etwa 100 Kilometer südwestlich und die kleine Forschungsgemeinde Ny-Ålesund, 100 Kilometer westlich.
Als die Kohlemine noch im Besitz des staatlichen russischen Bergbauunternehmens Arktikugol Trust war, hatte Pyramiden einst mehr als 1.000 Einwohner. Am 31. März 1998 wurde die Mine endgültig geschlossen. Bis 2007 war Pyramiden fast eine Geisterstadt, und alles blieb dort so, wie es 1998 zurückgelassen worden war.
Der norwegische Schriftsteller Kjartan Fløgstad schrieb einst ein Buch über Pyramiden. Es wurde schon einmal vorhergesagt, dass die Gebäude in 500 Jahren noch immer sichtbar sein werden, da das kalte Klima den Verfall der Gebäude so stark verlangsamt.
Pyramiden heute
Pyramiden ist ausschließlich per Boot oder Schneemobil von Longyearbyen aus erreichbar. Der Ort ist nämlich eine beliebte Sehenswürdigkeit für Touristen. Sie können die Siedlung auf eigene Faust oder im Rahmen einer geführten Tour besuchen. Letzteres ist empfehlenswert, da ein Reiseleiter viele interessante Details zu erzählen weiß.
Wenn Sie die Siedlung dennoch auf eigene Faust erkunden möchten, ist es wichtig zu wissen, dass die Stadt nach wie vor Eigentum des Arktikugol Trust ist und dass es Besuchern nicht gestattet ist, die Gebäude ohne Erlaubnis zu betreten, auch wenn diese geöffnet sind.
Leider mussten diese Regeln eingeführt werden, da in der Vergangenheit Gegenstände zerstört und gestohlen wurden. Die Zerstörungen tragen zu einer beschleunigten Verwahrlosung der Gebäude bei.
Seit 2007 ist Arktikugol eng in die Renovierung des Hotels und die Verbesserung der Infrastruktur in Pyramiden eingebunden, wozu auch der Bau eines neuen Kraftwerks mit Dieselgeneratoren gehört. Auf diese Weise können Touristen empfangen werden.
Bis zu 30 Mitarbeiter leben bereits in der Siedlung, um die Einrichtungen zu warten und die Besucher zu betreuen.
Seit 2013 ist das Tulip Hotel wiedereröffnet und Besucher können in Pyramiden übernachten. Das Tulip Hotel beherbergt auch ein kleines Museum. Langfristig ist geplant, die gesamte Siedlung zu sanieren und wieder zu eröffnen.





