Wenn man sich auf dem nördlichen Archipel von Spitzbergen befindet, ist es ein wunderbares Erlebnis, einen Ausflug zum Global Seed Vault, der globalen Saatgutbank, zu unternehmen, in der das Saatgut aller Pflanzen der Welt aufbewahrt wird. Der Seed Vault auf Spitzbergen ist ein beeindruckender Bunker.

Etwas außerhalb von Longyearbyen, der größten Stadt Spitzbergens, befindet sich eine Sicherheitskopie der globalen Vegetation. Das Ziel dieses Saatgutbunkers ist es, alle Pflanzen der Welt vor einer möglichen Katastrophe zu schützen, bei der Pflanzen aussterben könnten. Dies könnte durch den Einschlag eines Meteoriten oder durch eine gewaltige Naturkatastrophe geschehen. Wissenschaftler sind der Meinung, dass der 400 Meter tiefe Bunker im Permafrost jede Katastrophe überstehen kann.

Natürlich gibt es weltweit unzählige solcher Einrichtungen, doch die meisten davon sind anfällig für Naturkatastrophen und Krieg. Die abgelegene Lage und der Permafrost garantieren einen ultimativen Schutz für die Pflanzen.

Was befindet sich im Saatgut-Tresor auf Spitzbergen?

Der Saatgut-Tresor bietet Platz für 4,5 Millionen Pflanzensorten. Jede Sorte umfasst durchschnittlich 500 Samen, sodass insgesamt bis zu 2,5 Milliarden Samen im Tresor gelagert werden können.

Derzeit beherbergt der Vault mehr als 930.000 Proben aus fast allen Ländern der Welt. Das Spektrum reicht von den wichtigsten Grundnahrungsmitteln wie afrikanischem und asiatischem Reis bis hin zu Mais, Weizen und Sorghum. Außerdem sind alle möglichen Sorten der europäischen und südamerikanischen Aubergine, des Salats, der Gerste und der Kartoffel gelagert. Tatsächlich verfügt der Vault über die weltweit vielfältigste Saatgutsammlung.

Das Ziel des Vaults auf Spitzbergen ist es, so viel genetisches Material wie möglich aus der ganzen Welt zu schützen und gleichzeitig unnötige Doppelungen zu vermeiden. Das dauert natürlich einige Jahre, da manche Saatgutbanken ihre Bestände erst vermehren müssen, bevor sie an die Saatgutbank auf Spitzbergen geschickt werden können.

Auf der Website der öffentlichen Online-Datenbank von NordGen findet sich eine vollständige Übersicht über die Pflanzenarten, die im Saatgut-Tresor auf Spitzbergen gelagert werden.

Um eine optimale Konservierung zu gewährleisten, ist eine Temperatur von -18 °C erforderlich; die Samen werden in Folie verpackt und versiegelt gelagert. Die Pakete werden in Kartons im Tresor gelagert. Die niedrigen Temperaturen und Feuchtigkeitswerte im Tresor sorgen für eine minimale Stoffwechselaktivität, wodurch die Samen langfristig lebensfähig bleiben. Zur Veranschaulichung: Im Permafrost-Tunnel in Alaska haben Wissenschaftler einen 30.000 Jahre alten Teich aufgetaut, wodurch die Bakterien im Teich wieder zum Leben erweckt wurden.

Besuch des Saatgut-Tresors auf Spitzbergen

Der Saatgut-Tresor kann besichtigt werden, doch aus Sicherheitsgründen werden keine Besucher in den Bunker gelassen. Bei einer Führung sieht man daher nur den schmalen Eingang von außen. Diese Führung kann vor Ort gebucht werden. Dieses Video wurde im Inneren des Bunkers aufgenommen; hier können Sie sich die 360°-Virtual-Reality-Tour durch den Tresor ansehen.