Die Insel Anvers wurde 1832 von John Biscoe entdeckt und 1898 von der Belgischen Antarktisexpedition unter der Leitung von Adrien de Gerlache nach der belgischen Provinz Antwerpen benannt. In der Nähe der Insel Anvers liegt auch die Insel Brabant, die während derselben Expedition ihren Namen erhielt.

1 Kilometer vor der Küste von Anvers liegt die kleinere Cormorant-Insel, ein wichtiges Vogelschutzgebiet.

Anvers-Insel ist die größte Insel des Palmer-Archipels, der Inselgruppe vor der Küste der Antarktischen Halbinsel. Es handelt sich um eine hohe, bergige Insel mit einer Fläche von 2.432 Quadratkilometern.

Palmer-Station

Die Palmer-Station auf Anvers Island ist eine wissenschaftliche Forschungsstation der Vereinigten Staaten. Der Name der Station leitet sich daher von Nathaniel Brown Palmer ab, dem ersten Amerikaner, der jemals die Antarktis sah.

Der Bau der Palmer-Station wurde 1968 abgeschlossen. Die Station bietet Platz für etwa 50 Personen. In der Station gibt es verschiedene Labore und einen Anlegeplatz für Versorgungsschiffe.

D’Abnour-Bucht

Die D’Abnour-Bucht ist eine kleine, 5,6 Kilometer lange Bucht südöstlich von Kap Grönland im Norden von Anvers Island. Diese wunderschöne Bucht wurde erstmals von der französischen Antarktisexpedition (1903–05) unter der Leitung von J.B. Charcot kartografiert, der die Bucht nach dem französischen Marineoffizier Contre-amiral Richard d’Abnour benannte.

Tongersen-Insel

Die Tongersen-Insel liegt direkt vor der Küste von Antwerpen und ist Standort einer riesigen Kolonie von Adéliepinguinen. Diese Kolonie wird in Verbindung mit der Palmer-Station häufig besucht. Seit 1974 ist die Population der Adéliepinguine in dieser Region jedoch um 60 % auf weniger als 3300 Paare zurückgegangen. Zusammenfassend sagen Wissenschaftler, dass dieser Rückgang mit dem Klimawandel zusammenhängt.

Auf Litchfield Island, westlich von Torgersen, sind die Adéliepinguine bereits verschwunden. Die Kolonie wurde seit 1974 beobachtet, als es etwa tausend Brutpaare gab. Paläoökologische Funde deuten darauf hin, dass die Pinguine dort bereits seit mindestens 600 Jahren brüteten. Leider waren am 11. November 2007 jedoch keine Adéliepinguine mehr zu sehen.